Lügenpresse – Wenn Satire nicht erkannt wird.

Satire nicht sofort als solche zu erkennen, ist nicht weiter schlimm. Wenn aber hochrangige Politiker darauf reinfallen, weil sie sich mit dem Inhalt des Artikels nicht beschäftigen, geschweige denn diesen überhaupt lesen, dann entstehen in der Regel sehr unterhaltsame Postings in sozialen Netzwerk – nicht zuletzt wegen der spannenden Diskussionen in den Kommentaren.


13. Mai 2016

Heinz-Christian Strache teilte am 13. Mai 2016 auf einen Artikel über Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer, bemerkte aber erst kurz danach, dass es sich um Satire handelt. (zum Posting)

Natürlich könnte man in diesem Fall die Headline des Artikels mehrfach deuten. Jedoch würde man bereits beim Lesen des ersten Satzes stutzig werden – könnte man meinen… (zum ganzen Artikel)

Strache teilt Satire auf Facebook
HC Strache auf Facebook

Der Bearbeitungsverlauf des Postings zeigt, dass man den FPÖ-Chef scheinbar erst nach dem Teilen des Artikels auf den Inhalt aufmerksam machte.

Bearbeitungsverlauf Strache Facebook
Bearbeitungsverlauf

Aber zuvor teilte er den Artikel noch schnell auf Twitter.

Strache auf Twitter
Strache auf Twitter

30. Mai 2016

Ende Mai ließ sich schließlich auch der Seitenbetreiber der vielsagenden „Pro Putin Partei (Gründungsprojekt)“ nicht lumpen und versorgte seine Anhänger mit aktuellen Verschwörungstheorien rund um Alexander Van der Bellen. (zum Posting)

Facebookseite - Pro Putin Partei
Facebookseite – Pro Putin Partei

29. November 2016

Die FPÖ- und Norbert Hofer nahe Seite „Wir unterstützen Norbert Hofer“ teilt den Beitrag über die von den Grünen geforderte Frauenquote für Schneefiguren. Ob als Satire erkannt oder nicht, bleibt offen. Den Kommentaren der Fans und Follower nach, wurde er jedenfalls mehrheitlich für echt gehalten (was eventuell ein Problem der Grünen-Politik sein könnte).

Wir unterstützen Norbert Hofer teilt Satire auf Facebook
„Wir unterstützen Norbert Hofer“

Ebenfalls geteilt wurde der Beitrag schließlich von hunderten FPÖ-Anhängern, sowie der vielsagenden Facebookseite „Österreich bleibt Rot Weiss Rot“ am 01. Dezember 2016. (zum Posting)

Wir empfehlen sich ein Glaserl Rotwein einzuschenken, eine Kerze anzuzünden und die Kommentare unter den beiden Beiträge genüsslich zu lesen.